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Begriff "Muskelerkrankungen"
Muskelerkrankungen
(Myopathien)

Synonyme: muskelschwäche muskelschmerzen schilddrüse entzündlich

Das Leitsymptom einer Myopathie ist die Muskelschwäche

Es gibt keine Myopathie ohne Muskelschwäche
Eine Zunahme der Muskelkraft spricht gegen eine Myopathie

Muskelschmerzen treten lediglich in 20-40% der Fälle auf. Eine Muskelschwäche muss abgeklärt werden, ob eine Myopathie vorliegen könnte.

Im Erstgespräch bzw. im Anamnesegespräch muss z. B. nach

körperlicher Belastung im Freizeitbereich
Traumen,
Spritzen oder
Medikamenten (können ebenfalls Muskelerkrankungen auslösen) gefragt werde,

Es erfolgen mehrere Untersuchungen - die Stufendiagnostik wie

Blut-Ug ( u. a. CK-Werte für die Skelettmuskulatur, LDH, Myogobin) und
weiterführende Laboruntersuchungen (Blutbild, Mineralien, TSH und periphere Schilddrüsenhormone, Transaminasen, BSR und CRP)
Autoimmun-Untersuchungen können Hinweise geben
Muskelkraftmessung
Muskelbiopsie

sowie

Metabolische Funktionstests (Laktat auf dem Fahrradergometer, Ischämietest), neurophysiologische Untersuchungen (EMG),
bildgebende Verfahren (Ultraschall, MRI oder MRT) und
die Muskelbiopsie

Differentialdiagnosen

Eine Differentialdiagnose ist erforderlich, da

* verschiedene Muskelerkrankungen verschiedene Prognosen besitzen.
* verschiedene Muskelerkrankungen verschieden gut therapeutisch beeinflussbar sind.
* verschiedene Muskelerkrankungen mehr oder weniger häufig mit Neoplasien einhergehen.

Während der Differentialdiagnostik werden dabei folgende Erkrankungen abgeklärt:

Dystrophien, Myotonien, neurogene Muskelerkrankungen , kongenitale Myopathien, entzündliche Muskelerkrankungen , Myasthenien, episodische Paralysen, metabolische und endokrine Myopathien, Sarkoidose , virale und bakteriielle Infektionen sowie auch toxische und medikamentöse Myopathien (Statine, Antikbiotika, Herzmedikamente, Paracetamol , Sildenafil, HIV-Medikamente) und auch nach den Folgen der Grapefruit

Endokrin-bedingte Myopathie

Hypo- und auch Hyperthyreosen können Ursachen von Muskelerkrankungen sein.

Anhand der Untersuchung der Schilddrüsenhormone (zentrale und peripher) wird die Diagnose gestellt.

Bei der anschließenden medikamentösen Therapie gehen meist auch die Beschwerden und Schmerzen weg.

Entzündlich hervorgerufene Muskelerkrankungen

Diese können zusammen mit

einer Lungenerkrankung (z.B. Anti-Jo1 positive Myositiden),
einer Sklerodermie (Anti-PM-Scl positive Muskelerkrankung) oder
mit Hauterscheinungen (z. B. Bei einer Dermatomyositis (Anti-Mi2 oder Anti-SRP assoziiert) erscheinen.

Auch die Herzmuskulatur kann betroffen sein kann, daher sollte zusätzlich ein EKG und eine Echokardiographie gemacht werden.

Entzündliche Muskelerkankungen, vor allem die Dermatomyositis , sind häufig mit Neoplasien vergesellschaftet, so dass eine Tumorsuche in jedem Fall empfohlen wird (CT Thorax, Sonographie oder CT Abdomen, gynäkologische Untersuchung bei Frauen, Prostatauntersuchung bei Männern)

Die sichere Diagnose einer Myositis wird gestellt, wenn eine symmetrische proximale Muskelschwäche besteht, die Muskelenzyme erhöht sind (die BSR ist lediglich bis zu 70% der Fälle erhöht), myopathische Veränderungen im EMG nachweisbar sind und die Muskelbiopsie charakteristische Befunde aufweist. Bei einer Dermatomyositis kommen noch typische Hautmanifestationen hinzu

Die Therapie der entzündlichen Muskelerkrankung erfolgt mit Steroiden, mit Immunsupressiva (Methotrexat, Azathioprin , Ciclosporin , Tacrolimus, Fludarabin oder Cyclophosphamid. Weiterhin können iv-Immunglobuline eingesetzt werden. Selten ist die Plasmapherese erfolgreich.
Eine aktive Stärkung der Muskulatur sollte in jedem Fall erfolgen.

Metabolische Myopathien

Durch Belastungstests (Laktat-Myopathietest auf dem Ergometer, Ischämietest) lassen sich Muskelstoffwechselwege, z.B. die Glukogenolyse/Glukolyse und die Funktion der Myoadenylat-Deaminase beurteilen. Eine genauere Lokalisation des Enzymdefektes ist dann nur durch die Muskelbiopsie möglich.

Das hat therapeutische Konsequenzen zur Folge, dass einige wenige dieser Enzymdefekte gut behandelt werden können (z.B. Glucose- oder Fructosebehandlung bei Phosphorylasedefekt). Einige weitere Behandlungsmöglichkeiten bestehen hinsichtlich Kreatin, Karnitin und Coenzym Q10, je nach Krankheit.

Die Biologicals (Etanercept, Infliximab , Eculizumab, Interferon-beta) werden in einzelnen Fällen als sehr gut einsetzbar beschrieben ý es fehlen jedoch hierzu klinische Studien. Immer wieder wird Hydroxochloroquin sehr positiv bei Muskelerkrankungen eingesetzt.
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Informationen
bekannte Wortvarianten: Myopathien,Muskelerkrankungen,Muskelschwäche

Datum: 02.07.2015 - 14:40 Uhr
Autor: Rose


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