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Begriff "Osteomyelitis"
Osteomyelitis

Synonyme: Osteitis, CRMO, Knochenentzündung

Die Osteomyelitis ist eine infektiöse Entzündung des Knochenmarks. Der Begriff der Osteomyelitis wird zunehmend durch den Begriff Osteitis (Knochenentzündung) ersetzt, da es in der Mehrheit der Fälle sich nicht nur um eine Entzündung des Knochenmarkes, sondern aller Anteile des Knochens handelt.

Ursachen

Mandelentzündungen
Nebenhöhlenentzündungen
Zahnwurzelentzündungen, Furunkeln etc.
offene Knochenbrüche und
Operationen am Skelett oder angrenzenden Weichteile, die zur Kontamination mit Bakterien führen. Die Einschwemmung von Erregern über den Blutweg oder die Fortleitung eines benachbarten Infektionsherdes sind aufgrund der besonderen Durchblutungssituation in der noch nicht verschlossenen Wachstumsfuge Auslöser vor allem der akuten Osteomyelitis im Kindesalter.
Diabetes Mellitus
Sichelzellanämie

Neben bakteriellen Osteomyelitiden treten in seltenen Fällen auch solche auf, die von Pilzen und Viren verursacht sind. Die akute Erkrankung kann bei nicht angemessener Therapie chronisch werden und zu sehr langwierigen Verläufen führen. Die Therapie ist fast immer chirurgisch-operativ.

Neugeborene, Säuglinge ----> Staphylococcus aureus, Escherichia coli
Kinder > 1 Jahr---------------> Staphylococcus aureus, Streptococcus pyogenes,
..........................................Haemophi lus Influenzae
Kinder > 4 Jahen-------------> Staphylococcus aureus

* Staphylococcus aureus
* ²-hämolysierende A-Streptokokken
* andere Bakterien wie Pneumokokken, Escherichia coli, Meningokokken
* Viren
* Pilze

Symptome

Säuglings- und Kleinkind-Alter
Erkrankung des ganzen Körpers mit bis zu 40° Fieber
Schüttelfrost
Niedergeschlagenheit
starke Rötung, Schwellung und Druckschmerzen im Bereich der Knochenentzündung

Erwachsenen-Alter
s. o. - in abgeschwächter Form
inkl Funktionseinschränkungen in den betroffenen Bereichen

Diagnose

Labortechnisch
Punktion des entzündeten Knochens
Sonographie ( = Ultraschalluntersuchung)
Skelttszintigraphie
im fortgeschrittenen Stadium: Röntgendiagnostisch nachweisbar

Komplikationen

Knochennekrose
chronisch-rekurrierende Osteomyelitis (CRMO)
Gelenkbeteiligung, Frakturen
Knochen- und Weichteilatrophie
Tumore (Karzinome, Sarkome)
Amyloidose

Ausschlussdiagnose

Das Ewing-Sarkom kann sich in seiner frühen Symptomatik ähnlich wie eine Osteomyelitis äußern. Schmerzen, lokaler Druckschmerz, Entzündungszeichen im Laborbefund und auf dem Röntgenbild eher undeutliche Veränderungen der Knochenbinnenstruktur. Die Differentialdiagnose kann meist nur mit der MRT gestellt werden. Das sich daraus ergebende operative Vorgehen ist wesentlich anders als bei der Osteomyelitis .

Akute Osteomyelitis

Postoperativ spricht man auch von einem Frühinfekt. Nicht immer kommt es zu einem akuten klinisches Geschehen. Es finden sich dann zum Beispiel lokale Entzündungszeichen im OP-Gebiet (Rötung, Schwellung, Schmerzen, Erwärmung). Im Laborbefund sind die Entzündungsparameter erhöht, die Körpertemperatur steigt an. Bei Kindern gibt es eine schleichende Form, den Brodie-Abszess.

Chronische Osteomyelitis

Der Körper reagiert auf die Infektion, indem er versucht, den erkrankten, infizierten Bereich abzuschotten. Um den abgestorbenen Knochen bildet sich eine Art Kapsel aus hartem Material (sog. ýTotenladeý). Innerhalb dieser leben die Bakterien weiter, unerreichbar für jedes Medikament. Abhängig vom Verlauf der Krankheit kann so eine Region über längere Zeit ruhig sein, sie kann aber auch wiederholt nach außen durchbrechen und den Eiter über eine Fistel entleeren. Das Röntgenbild zeigt typische Veränderungen der Knochenstruktur; allgemein wird sie als "grobwabig" beschrieben. Die Laborparameter der Entzündung sind häufig weniger ausgeprägt als bei der akuten Form. Die Patienten klagen über anhaltende Schmerzen und Funktionseinbußen der betroffenen Körperteile.

Die Behandlung von Osteomyelitiden ist in der Regel langwierig. Bei Frühinfekten im Vordergrund steht die Sanierung einer eventuellen Wunde und Osteosynthese. Die Stabilitätsprüfung ist wichtiger Bestandteil der Behandlung, ggf. muss auf alternative Verfahren zur Stabilisierung eines Knochenbruches übergegangen werden.

Bei chronischen Verläufen müssen etwa vorhandene Fisteln ausgeschnitten werden sowie minderdurchblutetes Narbengewebe und Knochen entfernt werden. Nachdem der infizierte Knochen ausgeräumt ist, werden meist Antibiotikaträger eingelegt. Während früher Ketten aus Gentamycin-haltigen Plastikperlen verwendet wurden, geht die Tendenz aktuell zu resorbierbaren (auflösbaren) Antibiotikaträgern (Schwämme u. ä.), die nicht entfernt werden müssen und lokal weniger mechanische Komplikationen verursachen. Der Vorteil der Antibiotikaträger liegt in lokal hohen Wirkspiegeln des Antibiotikums. Zum Auffüllen eines Defektes im Knochen müssen unter Umständen Knochentransplantationen durchgeführt werden. Häufig sind mehrere Revisionen nötig.

Neue Behandlungsmethoden basieren auf der Verwendung von Antibiotika-imprägnierten Knochentransplantaten. Damit werden noch höhere lokale Wirkspiegel erzielt und alle Hohlräume können sofort und vollständig gefüllt werden. Da die Knochentransplantate allmählich durch eigenen, gesunden Knochen ersetzt werden, erübrigen sich Entfernung von Ketten und nachträgliche Rekonstruktion, wodurch zumindest eine Operation eingespart wird. Die hohen lokalen Wirkspiegel ermöglichen auch die gleichzeitige Verwendung von metallischen Implantaten zur Stabilisierung oder Ersatz eines Gelenks, wodurch eine rasche Rehabilitation möglich ist. Auch verbesserte Langzeitergebnisse erscheinen mit den neuen Technologien möglich.

Juristisches

Ärzte sind im Rahmen des Behandlungsvertrages verpflichtet, ihre Patienten auf Risiken hinzuweisen. So ist etwa ein Zahnarzt vor der Extraktion eines Weisheitszahnes verpflichtet, den Patienten darauf hinzuweisen, dass die Extraktion eines Weisheitszahnes eine Entzündung hervorrufen kann, die sich zu einer Osteomyelitis entwickeln kann. Unterlässt er dies, kommt eine Schadensersatzpflicht des Zahnarztes in Frage. Dementsprechend verurteilte das Oberlandesgericht Köln einen Zahnarzt wegen unzureichender Aufklärung zur Zahlung von Schadensersatz
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Informationen
bekannte Wortvarianten: CRMO,Osteitis,Osteomyelitis,Knochenentzündung

Datum: 02.07.2015 - 14:58 Uhr
Autor: Rose


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